Dana Jordanien

Jordanien: von Madaba nach Dana

Heute ging es – wieder bei bestem Wetter – die King’s Road entlang von Madaba bis nach Dana, wo wir zwei Tage bleiben und für den zweiten Tag auch eine Wanderung geplant haben. Außerdem wollten wir einfach die Landschaft dort genießen und etwas abhängen. Die King’s Road, die #45, ist die älteste und wohl auch noch am meisten frequentierte Nord-Südverbindung in Jordanien. Unterwegs haben wir auf der Strecke zwei Stopps eingelegt.

Wadi Mujib, der Grand Canyon Jordaniens

Direkt an der King’s Road ist am oberen Ende des Wadi Mujib Canyons ein geräumiger Parkplatz angelegt. Als wir dort ankamen, waren wir die einzigen, zusammen mit einigen Beduinen, die dort ihre Verkaufsstände aufbauten. Mit einem kam ich gleich ins Gespräch, er hat angeblich einen Bruder in Frankfurt und einen Freund in München … Und wieder, wie so oft, habe ich gehört: Welcome to Jordan.

Die Landschaft des Wadi Mujib Canyon ist einfach überwältigend. Man hat einen weiten Blick in die Tiefe, ringsherum kahle Gesteinsformationen und entfernt ein blau schimmernder Stausee.

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Die Straße schlängelt sich dann 600 Höhenmeter bergab bis zum Stausee, dessen Staudamm man überquert. Auf der anderen Seite geht es dann ebenso kurvig wieder nach oben, auch immer wieder mit großartigen Ausblicken.

Durch eine kahle, hügelige Landschaft und durch wenige Orte ging es weiter bis nach Kerak.

Festung von Kerak

Die Festung von Kerak wurde von den Kreuzrittern erbaut und von 1161 bis 1187 genutzt. Dann eroberte Saladin die Burg, im 13. Jahrhundert die Mamluken und schließlich die Osmanen. Sie thront unübersehbar auf einem Felsvorsprung, der an drei Seiten steil nach unten abfällt. Entsprechend steil ist die Anfahrt mit dem Auto.

Es machte Spaß, das riesige Areal zu entdecken, in dem heute die architektonischen Spuren der Erbauer und Eroberer nachzuvollziehen sind. Die grob gearbeiteten und dunklen Mauern stammen von den Kreuzrittern, die feiner behauenen und helleren Kalksteinblöcke dagegen von den Arabern.

Es ging durch zahlreiche gute beleuchte Gänge und ein Labyrinth von Räumen: Ställe, Schlafräume, Gefängniszellen, eine Küche und eine Kirche. Und die hübschesten „Burgfräuleins“ haben wir auch getroffen.

Dana Biosphere Reserve

Bis zum Dana Biosphere Reserve waren es dann noch rund 1,5 Stunden Fahrt. Nachdem ich mit der ursprünglich gebuchten Unterkunft gar nicht zufrieden war, sind wir zum Dana Guest House spaziert, das bei der Planung der Reise ausgebucht war. Kurzfristig gab es dort jedoch eine Stornierung, sodass wir spontan umgezogen sind (hier lohnt es sich dann zu handeln …)

Das Hotel liegt direkt am Ortsrand von Dana, ist architektonisch an die Umgebung angepasst und bietet von jedem Zimmer einen tollen Blick in die Landschaft. Die Zimmer selbst sind geräumig und gemütlich eingerichtet. Gute Voraussetzungen für zwei entspannte Tage. Das Dana Guest House am besten direkt buchen und nicht über die Seite von wildjordan (s. unten).

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Die Aussicht vom Zimmer und von der Dusche (unten rechts)

Der Wadi Dana Trail

Das Dana Biosphere Reserve ist rund 300 qkm groß. Der Höhenunterschied reicht von 1500 m bis auf rund 150 Meter unter dem Meeresspiegel ins Wadi Araba. Es gibt mehrere Trails, einige kann man nur mit Guide besuchen. Nicht so den Wadi Dana Trail. Einen Teil der Strecke des Trails sind wir am zweiten Tag unseres Aufenthalts gewandert. Der Trail ist insgesamt 14 km lang und man braucht 5 bis 7 Stunden. Ziel ist die Feynan Ecolodge, die am anderen, tiefgelegenen Ende des Parks liegt. Der Nachteil ist, dass man dann rund 2 Stunden mit dem Auto wieder zurückfahren muss (kostet 50 JD). Auf eine so lange Autofahrt hatten wir aber keine Lust. Deshalb haben wir beschlossen, nach etwa 3 Stunden wieder zurückzugehen.

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Die verschieden Trails durch das Dana Biosphere Reserve

Aufgebrochen sind wir gegen 8.30 Uhr, ausgerüstet mit zwei Litern Wasser, was viel zu wenig war, wie sich später herausstellte. Der Beginn der Strecke lag noch angenehm im Schatten und die ersten rund 400 Höhenmeter ging es in Serpentinen auch richtig steil und schnell nach unten. Dann schlängelt sich der Weg durch das Tal und nach jeder Kurve freut man sich schon wieder auf die neuen Ausblicke.

Es war faszinierend, wie unterschiedlich die Farben der Steine sind – ein Paradies für Geologen. Auch die Wege waren sehr verschieden: zuerst richtig steinig, sodass ich meine Bergstiefel vermisst habe; dann kamen Wege mit Kies und teilweise sogar mit Sand. Die Sonne brannte unbarmherzig ins Tal, hin und wieder wehte ein laues Lüftchen, Schatten gab es so gut wie gar nicht. Und unsere Wasservorräte schwanden.

Nach knappen drei Stunden und gestärkt durch zwei Äpfel (das hätte auch ein bisschen mehr sein können), haben wir uns auf den Rückweg gemacht. Es kamen uns noch einige Wanderer entgegen, die uns alle mit mitleidigen Blicken bedachten. Und auch mir wurde etwas Angst vor der letzten Etappe. Anfangs ging es noch flott vorwärts, dann kam unser Hotel ins Blickfeld und das war noch so weit weg und vor allem so weit oben.

Im steilen Stück habe ich mich mit letzter Kraft hochgekämpft – mit Unterstützung meines Mannes, der schnellen Schrittes die letzten zwei Kilometer zum Ort vorging und dann mit einer großen Flasche Wasser wieder zurückkam.

Suchbild: Das Dana Guest House vom Trail aus

Dana Guest House direkt buchen

Reservation Office
Tel. (+962 3)2270498
Fax (+962 3)2270499
Mob (+962)799111434
Email: Dhana@rscn.org.jo

Hier geht’s zum Bericht über unsere drei Tage in Petra

6 Gedanken zu “Jordanien: von Madaba nach Dana

  1. Danke Petra, super Aufnahmen und Kommentare.
    Wir freuen uns auf mehr und auf die Bilder dann zuhause.
    Die Nachbarn Heike und Wolfgang.

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  2. Eine unglaubliche Landschaft, das Wadi Mujib, auch das haben wir gesehen….. und die tollen Hotels die Ihr immer gebucht habt, mit Sonnenuntergang während der Dusche, so was bekommt man bei Studiosus nicht geboten …… da musst du schon ein Reiseprofi sein.

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