Etosha – berührende Tierwelt in Namibia

Mit großer Vorfreude sind wir hier von den Vingerclip Lodge aufgebrochen, denn die nächsten vier Tage waren für den Etosha Nationalpark eingeplant. 

Unterwegs zum Etosha

Die rund 210 km bis zum Anderson Gate waren ein Klacks im Vergleich zur Tour vom Vortag. Unterwegs haben wir noch in Outju im Spar, einem toll sortierten Supermarkt mit deutschem Logo, etwas Proviant für die nächsten Tage eingekauft. Gleich gegenüber gibt es eine Bäckerei mit einer sehr guten Kuchenauswahl. Es lohnt sich, auch Getränke zu kaufen, denn im Etosha hat jede Unterkunft einen eigenen Kühlschrank.

Am Gate werden die Personalien registriert, dann ist man auch schon im Park und ohne die sonst obligatorischen Zäune entlang der Straßen. Im Park gilt eine generelle Tempobegrenzung von 60 Stundenkilometern, was auch gut ist. Denn schon kurze Zeit später querte eine Herde Springböcke die Straße und gleich danach sahen wir Zebras und Giraffen, direkt neben der Straße. 

Okaukuejo Camp 

Vom Gate zum Okaukuejo Camp sind es im Park rund 17 Kilometer. Nach all den kleinen Lodges ist es das Camp wegen der Größe gewöhnungsbedürftig. Die Mitarbeiterin beim Empfang war leider alles andere als freundlich. Dort ist auch die Stelle des NWR Namibia Wildlife Resorts, wo die Parkgebühren bezahlt werden müssen: für 4 Tage insgesamt 680 N$. 

Da wir erst ab 14:30 Uhr ins Zimmer durften, sind wir gleich ans Wasserloch. Die Tierwelt dort ist einfach großartig. Neben zahlreichen Zebras waren Hunderte von Springböcken und viele Oryxe am Wasser. 

Nach dem Bezug unseres netten Häuschens (Upgrade vom Doppelzimmer auf ein Bush Chalet, das relativ nah an der Wasserstelle liegt – nochmals danke an Frau Herbst von Iwanowski’s Reisen) haben wir noch eine Runde in Richtung Norden gedreht und sind dort die Wasserstellen abgefahren.

Unterwegs konnten wir viele Giraffen beobachten, Oryxe, Springböcke, Zebras, einige Schakale und Gnus. Die Wasserlöcher waren jedoch alle ausgetrocknet. 

Am späten Abend waren wir dann am auch nachts beleuchteten Wasserloch, wo sich fünf Nashörner im Wasser vergnügten. Nur ungefähr 40 Meter von uns entfernt. Einfach phantastisch!

Vier von fünf Nashörnern am beleuchteten Wasserloch

Am nächsten Morgen war ich früh am Wasserloch und konnte zwei Giraffen beobachten. Nur langsam haben sie sich genähert, mit vielen Stopps, bis sie es endlich an das erfrischende Nass wagten. 

Gleich nach dem Frühstück sind wir wieder hin und wir haben einige Stunden im Schatten auf einer etwas erhöhten kleinen Tribüne zugebracht. Es ist ein Kommen, Gehen und Geplätscher hier am Wasserloch. Nie zuvor habe ich so viele Tiere an einer Stelle gesehen: Herden von Zebras, Gnus, Kudus, Impalas, Oryx-Antilopen (die gerne ein Vollbad nehmen), Springböcken und ein Warzenschwein. Eine berührende Tierwelt.

Um die Mittagszeit wurde es plötzlich unruhig unter den Tieren am Wasserloch. In der Ferne näherte sich eine große Herde Elefanten. Alle anderen Tiere machten Platz und überließen den „Pool“ den rund 40 Elefanten, darunter viele junge. (Auf Instagram habe ich ein Video gepostet – unbedingt mit Ton anhören.) Was für ein Glück, dass wir hiergeblieben sind. Denn alle Tiere aus der Umgebung kommen hierher an dieses riesige Wasserloch.

Rund 40 Elefanten im „Pool“

Am späten Nachmittag fuhren wir noch eine Runde zu anderen Wasserlöchern in der Nähe, auch in der Hoffnung noch Löwen zu sehen. Aber an keiner Stelle waren annähernd so viele Tiere wie in Okaukuejo.

Auch am Abend haben wir deshalb wieder einige Zeit dort verbracht und eine Herde Elefanten (mit Nachwuchs) und einige Rhinozerosse beobachtet.

Da es Wochenende war und es für Namibier von NWR spezielle Angebote gab, war das Camp relativ gut besucht. Vor allem von Familien, die bepackt mit riesigen Kühlboxen und Campingausrüstung die Häuschen bezogen. Die Grillplätze wurden ausgiebig genutzt und die Stimmung war ausgelassen und fröhlich. 

Nach zwei Tagen im Okaukuejo Camp ging es weiter ans östliche Ende des Parks, zum Namutoni Camp. Unterwegs haben wir einige Stopps bei Wasserstellen gemacht und uns länger am Wasserloch des völlig leeren Camp Halali aufgehalten, das in der Mitte der – durch die Umwege – rund 185 km langen Strecke liegt. Dort sitzt man angenehm im Schatten und sieht von erhöhter Position auf das Wasserloch, wo Kudos und viele Impalas zu sehen waren.

An der Wasserstelle von Halali

Auf der weiteren Strecke (auf einer schlechten Piste) zum Namutoni Camp haben immer wieder Tiere die Straße überquert. Wir sind den Rhinodrive gefahren, ohne einem Rhinozeros zu begegnen (bin auch ganz froh darüber).


Namutoni Camp

Als wir am späten Nachmittag in Namutoni ankamen, wirkte das Camp wie verlassen. Am Pool plätscherten jedoch einige Kinder und auch gegenüber von unserem geräumigen und schön ausgestatteten Bush Chalet war ein Auto. Abends im Restaurant waren nur drei Tische besetzt.

Auf dem Gelände von Namutoni steht ein Deutsches Fort. Der Turm bietet eine tolle Aussicht auf die umliegenden Weiden. Die Geschäfte im schönen Innenhof waren alle verlassen.

Die Wasserstelle hier liegt vor einem etwas erhöhten und mit Stroh bedeckten Podest, geschützt durch eine Mauer und einen elektrischen Zaun. 

So viele Zebras hatten wir bislang nirgends im Park gesehen. Außerdem kamen Kudus, Impalas, Gnus, Springböcke und auch Elefanten. Für Elefanten bietet das Gebiet mit Schilfpflanzen direkt am Wasserloch ein wahres Festessen. Trotzdem: kein Vergleich zu Okaukuejo. 

Zebras am Wasserloch Namutoni

Nach einer Rundfahrt um Fischer‘s Pan, eine große Salzpfanne mit wenig Tierwelt am nächsten Tag, haben wir beschlossen, noch eine geführte Nachttour zu buchen (400 N$ pro Person).

Unser Guide Festus ist die Wasserstellen hier in der Nähe abgefahren und hat auch auf der Strecke mit Hilfe einer Rotlichtlampe immer wieder versucht, Tiere zu finden. Gesehen haben wir Elefanten, Nashörner, Giraffen, auch Hyänen, einen Schakal, aber leider keine Löwen. Entschädigt wurden wir durch den schönsten Sternenhimmel.

Highlight beim Abendessen: Hileni, die uns mit viel Humor abends unser Essen servierte. Sie erzählte uns, dass das Einkommen von allen Angestellten der NWR auf 50% reduziert wurde, auf jetzt 2000 N$ (Rund 400 Euro). Und viele Kollegen hätten ihre Arbeit auch ganz verloren.

Hileni, unsere fröhliche Bedienung

Zur kurzen Information: Der Etosha (= großer weißer Platz) Nationalpark mit seiner 5000 qkm großen Salzpfanne, die sogar aus dem Weltall sichtbar ist, erstreckt sich von Ost nach West über 295 km, von Nord nach Süd bis zu 110 km. Seit 1907 bereits ist er ein Naturschutzgebiet, wobei das ursprüngliche Areal wesentlich verkleinert wurde. Die kompletten 22.270 qkm sind eingezäunt. Jetzt, in der trockenen Zeit, sind die Tiere auf die Wasserlöcher angewiesen. 

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4 Gedanken zu “Etosha – berührende Tierwelt in Namibia

  1. Der Sonnenuntergang ist nach so einem Tag sicher das Tüpfelchen auf dem „i“.
    Eine unglaubliche Zahl an unterschiedlichen Tieren von groß bis klein in der Etosha
    Pfanne, sicher ein ganz tolles Erlebnis. Wir haben vor mehr als 30 Jahren eine ähnliche Vielfalt an Tieren im Ngorongoro Crater in Tansania erlebt. Eine unvergessliches Erlebnis !

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  2. Liebe Petra, lieber Michael, wunderbare Bilder, wunderbare Text . Erinnerten mich an Afrika vor xx Jahren, als ich mit Rainer in Tansania war. Das Spiegelbild der Giraffe im Wasser und Nashörner an nächtlichen Pool… Spitze…und diese Elefantenherden…die Salzpfannen aus dem Weltraum wären auch noch ein Traum von mir …und jetzt herzlich wieder willkommen. Als Du den Text und die Bilder geschrieben und gesendet hast, der 12. Oktober, hätte Rainer Geburtstag gehabt … 79 … schöner Zufall….auf ein bald ganz herzlich DEOLDWILLI und DIYOUNGRUTH

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  3. Liebe Petra und lieber Michael,
    das sind wunderbare Bilder und Beschreibungen von eurer Reise, wir sind eingetaucht und ganz verzaubert. Viele Erinnerungen an Namibia haben jetzt Jürgen und ich noch mal durcherlebt und viel Spaß dabei gehabt, das kalte, windige Swakopmund, das mich an ein Nordseebad erinnerte, in Namutoni haben wir offensichtlich in den gleichen Betten geschlafen wie ihr, die Wanderung auf die Düne und, und, und ….überhaupt die vielfältige und abwechlungsreiche Natur und diese Tierwelt!! Große Sehnsucht, nochmal in dieses herrliche Land zu reisen hat uns erfasst.
    Eure Reisezeit war natürlich sehr besonders, so wenig Touristen… Hoffentlich schaffen es die Lodges usw. durch die Krise durchzukommen. Durch eure Berichte wurde schon deutlich, wie sehr die Menschen dort wohl leiden durch die fehlenden Gäste.
    Ganz vage sind wir schon mit unseren Freunden am Phantasieren, wie es wäre, nächstes oder übernächstes Jahr nach Namibia zu fliegen.
    Höchstwahrscheinlich werden bis dann noch mehr Leute auf diese Idee kommen…
    Ganz lieben Dank,
    Renate und Jürgen

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    1. Liebe Renate, lieber Jürgen,
      danke für eure Rückmeldung. Es freut mich, das euch der Blog Spaß macht und Reisesehnsucht geweckt hat. Namibia ist auf jeden Fall einen zweiten Besuch wert.
      Und: seit gestern ist es auch offiziell kein Risikogebiet mehr. Das RKI hat lange gebraucht, um das festzustellen.
      Viele liebe Grüße und bis bald
      Petra

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